Vom Showroom zur Reiseroute
neue Wege für ein Autohaus mit Geschichte
Zwei Stimmen, ein Familienbetrieb: Die Geschwister Tanja und Thomas Vodermayer führen das traditionsreiche Autohaus Vodermayer Rosenheim in vierter Generation. Während er für Fahrzeugberatung und Werkstatt brennt, hat sie die Camper-Sparte zu ihrer Leidenschaft gemacht. Gemeinsam zeigen sie, wie Tradition und neue Wege zusammenpassen.
Mit Opel ist er nach eigenen Worten aufgewachsen, bis heute sei er ein „großer Fan der Marke mit dem Blitz“. Seine Begeisterung für Autos beschränkt sich jedoch längst nicht auf eine einzelne Marke: Im Autohaus stehen neben Opel auch Renault, Dacia, Crosscamp und die neu hinzugekommene Marke Subaru im Fokus, Mercedes-Benz ist im Service vertreten. Trotz dieser persönlichen Leidenschaft bleibt für ihn entscheidend, Berufliches und Privates sauber zu trennen: „Es ist nicht so, dass ich bestimmte Fahrzeuge einkaufe, nur weil sie mir gefallen. Emotion und betriebswirtschaftliche Entscheidungen muss man klar voneinander trennen.“
Bevor er 2017 die Geschäftsführung übernahm, sammelte Thomas Vodermayer zwischen 2006 und 2009 Erfahrungen bei einer großen Autohausgruppe im Allgäu und am Bodensee. "Die enorme Markenvielfalt dort war sehr lehrreich", erinnert er sich. "Heute haben auch wir mehrere Marken im Haus, und das Thema, wie man unterschiedliche Marken sinnvoll unter einen Hut bringt, begleitet uns täglich."


z.B. Opel Mokka 100 kW (136 PS): Energieverbrauch (kombiniert): 5,7 l/100 km; CO2-Emission 129 g/km; CO2-Klasse: D.
Für Thomas Vodermayer war der Weg ins Autohaus früh vorgezeichnet. "Ich kann mich an einen ganz konkreten Moment erinnern", erzählt er. "Es war eine Fahrzeugvorstellung vom Opel Senator auf einem Passagierschiff der Chiemsee-Schifffahrt. Ich war damals noch ein kleines Kind, aber schon mit dabei." Bereits damals habe er den Gästen erzählt, dass er das Unternehmen einmal übernehmen wolle. "Irgendwann selbst Chef sein – das war schon früh mein Ziel."
Ein Kindheitstraum auf dem Chiemsee

Ich habe in einer Scheune angefangen – irgendwann kam der Punkt, an dem
wir den großen Sprung wagten.

Neue Wege zu gehen heißt nicht, alte Werte aufzugeben – man kann Neues ausprobieren und trotzdem seiner Identität treu bleiben.

Beim Campen ist man ganz nah dran – an der Natur, an sich selbst und an der Freiheit, Orte abseits der Massen zu entdecken.

Wir haben nicht einfach nur ein Fahrzeug vermietet, wir haben jemandem eine Erinnerung ermöglicht, die bleibt.

Ob Verbrenner, E-Auto oder Campervan – wir finden das, was perfekt zur Lebenssituation passt.
Tanja Vodermayers Weg verlief anders als der ihres Bruders. Zwölf Jahre arbeitete sie für einen großen deutschen Reiseveranstalter in München, im IT- und Projektmanagement. "Es war mir wichtig, erst einmal meinen eigenen Weg zu gehen, in einer anderen Stadt und sogar in einer ganz anderen Branche zu arbeiten", erklärt sie. "Das hat mir gutgetan."
Ihre ersten Erinnerungen an das Autohaus seien geprägt von "Neugier und Faszination" gewesen. "Gerade als junge Erwachsene waren Autos immer auch emotional – ein cooles Design, Tuning, PS-Zahlen – das hat mich begeistert." Heute schaue sie pragmatischer auf die Dinge: "Inzwischen ist ein bequemer Einstieg oder die Alltagstauglichkeit wichtiger als die pure Leistung."
Gleichzeitig sei sie dem Unternehmen heute emotionaler verbunden als damals. "Fast wie ein Teil der Familie, den man beschützt und für den man Verantwortung trägt", beschreibt sie das Gefühl. "Das Autohaus ist für mich nicht einfach nur ein Betrieb, es ist ein Stück Familiengeschichte, das ich mitgestalten und bewahren will."
Vom Reiseveranstalter zurück in die Heimat


Eine Reise hat sie besonders geprägt: Australien, genauer gesagt Western Australia und das Northern Territory. "Wir waren mit einem Allrad-Camper mit Dachzelt unterwegs, sind auf Sandpisten und durch Flüsse gefahren, haben direkt am Strand gecampt und sind mit dem Meeresrauschen eingeschlafen." Das könne ihr kein Hotel bieten. "Beim Campen ist man ganz nah dran – an der Natur, an sich selbst. Und man wird auch daran erinnert, wie klein wir Menschen eigentlich sind."
Diese Begeisterung fließt direkt in ihre Arbeit ein. Denn zum Verkauf der Camping-Modelle ist inzwischen die Camper-Vermietung hinzugekommen. Neben den Campern können auch 9-Sitzer-Kleinbusse gemietet werden. „Ich kann Kunden ehrlich beraten, Tipps aus eigener Erfahrung geben und weiß, wovon ich spreche“, sagt sie. Die Camper des Autohauses seien inzwischen in ganz Europa unterwegs – von naheliegenden Zielen wie Österreich, Italien und Kroatien bis hin zu Skandinavien, Irland oder Montenegro.
"Am schönsten sind für mich die Momente, wenn Kunden nach einer Reise zurückkommen und erzählen, dass sie etwas erlebt haben, das sie so nicht erwartet hätten", erzählt Tanja Vodermayer. "Ein besonderer Stellplatz, die Nähe zur Natur, ein kleiner Tipp von uns, der den Unterschied gemacht hat. Dann merkt man: Wir haben nicht einfach ein Fahrzeug vermietet, wir haben jemandem eine Erinnerung ermöglicht, die bleibt."


Mit ihrem Einstieg 2019 brachte Tanja Vodermayer nicht nur ihre berufliche Erfahrung mit, sondern auch eine persönliche Leidenschaft: das Reisen mit dem Camper. "Für mich bedeutet das vor allem Freiheit und Nähe zur Natur", schwärmt sie. "Ich mag es, abseits der Massen zu reisen, Orte zu entdecken, wo man nicht einfach so hinkommt."
Camper-Verkauf und Vermietung: Reisen, die nicht im Prospekt entstehen
Thomas Vodermayer setzt derweil auf das, was er von klein auf gelernt hat: klassische Kundenberatung. "Gute Beratung beginnt für mich immer mit einer Bedarfsanalyse", betont er. In den letzten Jahren sei das leider oft verloren gegangen. "Kunden sind besser informiert und kommen häufig mit einer festen Vorstellung ins Autohaus. Dann wird oft nur verkauft statt beraten."
Dabei hätten die Kunden heute zwar Zugang zu vielen Informationen, aber oft nicht zu allen relevanten. "Dadurch wissen sie manchmal gar nicht, was wirklich zu 100 Prozent zu ihnen passt", erklärt er. "Außerdem kommen Kunden heute seltener ins Autohaus. Das macht es schwieriger, sie kennenzulernen, weshalb Nachfragen und Beratung umso wichtiger sind."
Was eine gute Marke ausmacht? "Ich bin Fan von Marken, die Fahrzeuge für ihre Kunden bauen und versuchen, das bestmögliche Produkt auf deren Bedürfnisse abzustimmen", sagt Thomas Vodermayer. "Es hat noch nie geholfen, etwas zu bauen oder zu verkaufen, nur weil es einem selbst gefällt."
Auch Tanja Vodermayer kennt die Herausforderungen des Alltags. Zwölf Jahre pendelte sie täglich nach München. "Da lernt man sehr schnell, was im Alltag wirklich zählt und was eher Theorie ist", sagt sie. Heute fährt sie selbst ein Elektroauto – "das passt im Moment einfach perfekt zu meinen individuellen Anforderungen." Gleichzeitig wisse sie: "Gerade bei uns im ländlichen Raum braucht es nicht die eine Lösung für alle." Mobilität sei keine Lifestyle-Frage, sondern notwendig – für die Arbeit, für die Familie, für die Freizeit. "Deshalb denken wir nicht in entweder-oder, sondern in passend oder unpassend. Verbrenner, E-Auto, Neu- oder Gebrauchtwagen, Nutzfahrzeug oder Campervan – je nach Lebenssituation."
Wo Beratung weit mehr ist als reiner Verkauf






Beide Geschwister betonen die Verantwortung, die mit der Unternehmensführung einhergeht. "Die größte Verantwortung ist für mich ganz klar die soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern", sagt Thomas Vodermayer. "Ein harmonisches, funktionierendes Team ist extrem wichtig. Nur wenn man gerne zur Arbeit geht, sich im Team wohlfühlt und alles gut zusammenspielt, kann man auch erfolgreich sein."
Tanja Vodermayer sieht das ähnlich: "Als Unternehmerin trägt man Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle Mitarbeiter und deren Familien. Viele von ihnen sind seit vielen Jahren bei uns." Die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben? "Bei einem Familienbetrieb wie unserem gibt es diese klare Trennung ehrlich gesagt nicht", räumt sie ein. "Das Autohaus gibt es seit fast 100 Jahren, mein Bruder und ich führen es in vierter Generation. Das ist nicht nur ein Arbeitsplatz, das ist Teil des Lebens."


Wie funktioniert die Zusammenarbeit als Geschwister? "Für mich stand von Anfang an fest: Unsere persönliche Beziehung darf unter der gemeinsamen Arbeit nicht leiden", sagt Tanja Vodermayer. "Das ist wichtiger als jede berufliche Frage."
Im Alltag funktioniere es gut, weil beide klare Aufgabenbereiche haben, die zu ihren jeweiligen Stärken passen. "Innerhalb der Bereiche vertraut man sich gegenseitig und respektiert die Entscheidungen des anderen", erklärt sie. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mit meinem Bruder beruflich zusammenarbeiten darf. Wir verbringen dadurch viel Zeit miteinander, und genau diese gemeinsame Zeit schätze ich sehr."
Geschwister in der Geschäftsführung
Wie gelingt der Spagat zwischen Tradition und Innovation? "Neue Wege zu gehen heißt nicht, alte Werte aufzugeben", erklärt Thomas Vodermayer. "Man kann Neues ausprobieren und trotzdem seiner Identität treu bleiben. Ob beim Fahrzeugverkauf oder bei Camperfahrzeugen und Vermietung – die Prinzipien guter Beratung und Kundennähe bleiben gleich."
Was sich verändert hat, sei vor allem die Planbarkeit. „Man kann heute nicht mehr so weit in die Zukunft planen wie früher“, sagt er. „Die Politik mischt inzwischen stark mit. Themen wie Umweltprämien, gesetzliche Vorgaben oder Modellveränderungen machen das Geschäft sehr schnelllebig.“ Zugleich hätten sich auch die Kunden und ihre Erwartungen verändert. Das Autohaus begleite viele über Jahre hinweg – vom ersten eigenen Auto bis zum Familienwagen. Beratung und Vertrauen seien deshalb noch wichtiger geworden. Auch Tanja Vodermayer wünscht sich manchmal „mehr Freiheit und weniger Verwaltungsaufwand“. Die Bürokratie sei eine der größten Herausforderungen: „Natürlich sind gesetzliche Regelungen wichtig, aber wenn sie zum Selbstzweck werden, bremsen sie die unternehmerische Leistung.“
Am meisten Freude bereitet ihr, wenn aus vielen einzelnen Schritten am Ende etwas Stimmiges wird. „Wenn wir eine Lösung finden, die für Kunden, Mitarbeiter und uns passt, ist das ein richtig gutes Gefühl“, sagt sie. Genau dieses Gefühl soll auch bei den Kunden ankommen. Thomas Vodermayer formuliert es so: „Dass der Kunde sagt: Das ist ein nettes Team, ich wurde richtig gut beraten und betreut. Egal ob im Verkauf oder in der Werkstatt – der Kunde soll zufriedener gehen, als er gekommen ist.“
Und was macht das Autohaus besonders? Tanja Vodermayer bringt es auf den Punkt: "Wir sind ein Familienbetrieb in vierter Generation, und uns ist es wichtig, nah an den Menschen zu sein. Mein Bruder und ich sind ansprechbar, wir sind präsent." Natürlich laufe nicht immer alles perfekt. "Aber ich kann versprechen, dass wir immer versuchen, eine faire und ehrliche Lösung zu finden. Vielleicht ist genau das der Kern von dem, was wir unter '100 % Vodermayer' verstehen."
Gleiche Prinzipien, neue Rahmenbedingungen

