Vom Traumhaus ins Wohnprojekt?

Warum dieses Paar Luxus gegen Freiheit tauscht

1.900 Quadratmeter Grund, ein Pool im Garten und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Anja Zeller (57) und Günther Hofbauer (68) haben, wovon viele nur träumen können. Doch das vermeintliche Paradies wurde zur Belastung. Wie das ein neues Wohnprojekt dem Ehepaar nun die verlorene Freiheit zurückgibt.

„Als ich verkündet habe, dass wir umziehen wollen, hat mich mein Schwager gefragt, ob wir einen Vogel haben“, erzählt Hofbauer. „Ihr habt es doch so schön.“ Es ist ein Satz, den der 68-Jährige nicht mehr hören kann. Er sei nur noch der Hausmeister, der „Leibeigene dieser Geschichte“.

Stress statt Entspannung

Seine Frau stimmt ihm zu. Die viele Arbeit zu Hause lasse kaum noch Raum zum Leben. „Unser Garten wird immer gelobt, aber Zeit, um draußen zu sitzen, haben wir nie“, sagt Zeller. Den Rasen mähen, die Blumen gießen, Unkraut jäten. All die kleinen Aufgaben, die sich stapeln bis von der Freizeit nichts mehr über ist.   

Two smiling people, a man and a woman in glasses, sit next to each other, looking forward.
Two smiling people, a man and a woman, walk together on a paved path with greenery in the background.

Nicht nur die viele Arbeit hat das Paar zweifeln lassen. Ein Routineeingriff hat bei Günther Hofbauer vor eineinhalb Jahren schwere Komplikationen ausgelöst. „Was, wenn das mit meiner Gesundheit nichts mehr geworden wäre?“, sagt der 68-Jährige. Seine Frau hätte das Haus unmöglich allein bewirtschaften können.

Der letzte Umzug

Nach diesem Schreck hat das Ehepaar beschlossen, sich nicht nur räumlich zu verkleinern, sondern auch altersgerecht zu wohnen. „Für mich ist das der 13. Umzug in meinem Leben und soll auch der letzte sein. Ich muss mal wissen, wo ich zu Hause bin“, sagt Anja Zeller.

Eine Vorstellung von diesem letzten Zuhause bekommt die Erzieherin zum ersten Mal durch eine Anzeige auf Instagram. Das Neubauprojekt „Zenznhof“ in Amerang habe sofort ihr Interesse geweckt. Als die beiden an einem Sonntag zufällig am Grundstück vorbeigefahren sind, haben sie kurzerhand angehalten.

Zufall und Frechheit

„Obwohl Sonntag war, war zufällig jemand im Baucontainer“, berichtet Günther Hofbauer. „Ich bin halt frech und bin einfach hingegangen.“ Schon bei der ersten Begegnung habe das Ehepaar konkrete Fragen zu dem geplanten Mehrfamilienhaus stellen können. „Ich habe mich einfach gleich gut aufgehoben und ernst genommen gefühlt“, sagt Zeller.

Two smiling people, a man and a woman, seated at a wooden table, looking directly at the camera.
A man in a navy blue t-shirt smiles at the camera while sitting at a table with papers.

Der gute Kontakt zu den Bauträgern und der Charakter des Wohnprojekts hat das Ehepaar schließlich überzeugt. „Wir haben das Gefühl, dass da viel von der Seele des alten Zenznhofs drinsteckt“, sagt Hofbauer. Die anfängliche Angst vor einem anonymen Wohnblock sei schnell verflogen. Beim Tag der offenen Tür hätten sie sogar die Familie des ehemaligen Eigentümers aus der Nachbarschaft kennengelernt.

Eine geteilte Herkunft

Die Wahrung der „Hofgeschichte“ war den Bauträgern ein besonderes Anliegen. „Mein Bruder Josef und ich kommen aus der Landwirtschaft, deshalb haben wir uns mit dem Verkäufer sofort verstanden. Wir haben ihm fest versprochen, den Charakter des Hofes bestmöglich in den Neubau hinüber zu retten", sagt Vinzenz Mayer. Er ist der Architekt und Bauträger des Projektes.

Gebaut wird Maxer zufolge nach QNG-Plus-Standard. Dafür müsse das Bauprojekt über 1.000 strenge Vorgaben einhalten. Ein zentraler Baustein dieses Konzepts sei die absolute Barrierefreiheit: keine Schwellen, und die Bäder seien so konzipiert, dass sie bei Bedarf einfach altersgerecht nachgerüstet werden könnten.

Platz für elf Enkelkinder 

In ihrer neuen Wohnung erwartet das Ehepaar über 130 Quadratmeter Wohnfläche, Terrasse und Garten. „Unsere Familie ist nicht die Kleinste“, sagt Hofbauer und schmunzelt. „Unsere Enkel sollen auch weiterhin bei uns übernachten können, daher können wir das zweite Schlafzimmer gut gebrauchen“, ergänzt seine Frau.

Modern bathroom with floating toilet, wooden vanity, glass shower, and illuminated shelf.

Wie sich das Paar seine Zukunft im neuen Zuhause ausmalt? „Wir haben dann einfach mehr Zeit für uns und die Familie“, sagt Anja Zeller. Nach Jahren der Schufterei könnten sie dann endlich entspannt auf der Terrasse sitzen oder sogar ein Bier mit den neuen Nachbarn trinken. Die lästige Instandhaltung schrumpfe auf ein Minimum.

Das Haus in neuen Händen

Bis zum Umzug räumen die beiden ihr Haus in Aßling. Während sich die Kisten stapeln, hält sich der Trennungsschmerz in Grenzen. „Mal sehen, wer das Haus kauft und was die neuen Eigentümer daraus machen“, so Zeller. Für das Ehepaar scheint das Kapitel Traumhaus abgeschlossen. Der Blick geht längst nach vorne: Auf die neue Wohnung, die Ameranger Nachbarschaft und ein Leben, in dem Genießen endlich an erster Stelle steht.

Three smiling people, two men and one woman, stand side-by-side outdoors against a green building.