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Von fatalen Internet-Ratschlägen über Holztrends aus den 90ern: Zum 50. Jubiläum des OBI Stephanskirchen verrät David Schrank, was sich über die Jahre verändert hat. Eine Reise in die Vergangenheit, inklusive Rollenklischees und exklusiven Profi-Tipps.
David Schrank klopft ein paar Holzspäne vom Stuhl. Bei ihm muss alles seine Ordnung haben. Besonders, wenn er über seinen geliebten Holzmarkt sprechen darf. Seit 31 Jahren ist Schrank schon dabei. Seiner Begeisterung hat das nicht geschadet. Im Gegenteil.
Leidenschaft und Treue
1995 hat der Schreiner von der Baustelle in den Verkauf gewechselt. Er hat den Holzmarkt mit aufgebaut und ist heute Bereichsleiter. Sein Büro ist Schaltzentrale und Verbindungspunkt zugleich. Von seinem Schreibtisch blickt er auf den Parkplatz 2, direkt am Holzmarkt.

David Schrank inspiziert die Ware.
Immer alles im Blick und lange dabei - beste Voraussetzungen für Geschichten aus der guten alten Zeit. Schrank winkt ab. Er habe keine Anekdoten auf Lager. Die Umwandlung 1992 von HARO zu OBI habe er schließlich knapp verpasst. Keine fünf Minuten später sprudelt es dann doch aus ihm heraus.
Schönschrift als Herausforderung
Zurück ins Jahr 1995. Im Markt gab es laut Schrank genau einen Computer. Und der hat lediglich Artikelnummern ausgespuckt. „Wir haben jeden Auftrag mit der Hand geschrieben“, erinnert sich der XX-Jährige. Viele Seiten, jeden Posten, jeden Preis. Der Bereichsleiter gesteht: „Männer haben bekanntlich nicht die schönste Schrift.“ Es ging schlicht um Lesbarkeit, nicht um Ästhetik.

Heute schreibt sich niemand mehr die Finger wund. Computer haben mittlerweile jede Hosentasche erobert. Das hat auch die Kundschaft verändert. Früher hat Schrank Merkzettel geschrieben. Heute werde schnell ein Foto geknipst - von Böden, Türen oder Artikelnummern.
Die KI weiß nicht alles
Internet-Suche und Künstliche Intelligenz (KI) konfrontieren Schrank mit ganz neuen „Experten“. Denn die Algorithmen präsentieren den Kunden Infos, die zum Teil falsch sind. Schrank berichtet von einer Dame mit Fettfleck auf einem Eichenboden: „Sie wollte den Fleck mit Soda raus schrubben.“ Das löse zwar Fett, die Eiche könne aufgrund der Gerbsäure aber ausbleichen. „Die Frau hat gesagt, sie glaubt der KI mehr als mir“, so der Experte.

Das Wichtigste zum Schluss: David Schrank demonstriert, wie gute Pflege aussieht.


Was das mit Schrank macht? „Ich bin schon ein bisschen abgebrüht“, sagt er und schiebt nach: „Da kann man sich nicht nicht reinsteigern als Verkäufer.“ Erschreckend finde er einen solch unerschütterlichen Glauben an die KI dennoch. „Komische Vorinformationen“ oder Meinungen habe es aber auch zuvor gegeben.
Wertschätzung für Beratung
Der Beratungsresistenz mancher Kunden steht die Dankbarkeit anderer gegenüber. Auf einem Konzert hat sich ein Mann bei Schrank für die Beratung bedankt - vier Jahre nach dem Kauf. „Ohne Schmarrn, und der war nicht alkoholisiert“, betont der Bereichsleiter und lacht.
Reifen-Rettung als Dank
Selbst als Schrank einen Platten bei Dortmund hatte, stolperte er über einen Kunden. Der half dem Gestrandeten sogar ohne Aufforderung. Vielleicht erinnern sich die Menschen einfach daran, dass der Verkäufer immer mit ganzem Herzen dabei ist.
Ein Thema bewegt den ehemaligen Schreiner besonders: die Nachhaltigkeit. Das wird klar, wenn er über Holz spricht. Nicht irgendein Holz, sondern das aus der Region. „HARO hat alle Siegel, die man sich vorstellen kann“, sagt Schrank. Die Böden werden in Deutschland produziert, kurze Wege und keine Schwarzschläge (illegale Fällungen).
Für zukünftige Generationen
Manche Hersteller produzieren Schrank zufolge günstig in China und umgehen Strafzölle. Das ärgert ihn: „Wir haben begrenzte Ressourcen auf der Welt.“ Im Verkauf lege er deshalb großen Wert auf Umweltverträglichkeit. Nachhaltiges Parkett gebe es bereits ab 30 Euro. Vinyl kommt für Schrank nicht in Frage. Die Kunststoffe sind „extrem giftig“ in der thermischen Verwertung.


Ein gutes Team: David Schrank und Alex Neumann (rechts).
Im Holzmarkt kann nicht nur der Bereichsleiter mit Experten-Wissen überzeugen. Zwölf Mitarbeiter zählen zu seinem Team. Wer die passende Tür zum Boden sucht, wird in der Abteilung für Bauelemente fündig. Quereinsteiger Alex Neumann hat als Aushilfe angefangen und kennt jetzt alles von der Klinke bis zum Fensterglas.
Kundenbindung mal anders
Robel Zemo hingegen hat seine Ausbildung im Böden-Team gemacht. „Die Leute fragen nach Herrn Zemo“, berichtet Schrank. „Und wenn er nicht da ist, dann kommen sie am nächsten Tag wieder.“ Diese Treue erfüllt den Teamleiter mit Stolz. Das Wichtigste sei, dass der Kunde mit einem guten Gefühl nach Hause geht.
Glücksgefühle lösen heute andere Dinge aus als früher. In den 90ern waren laut Schrank dunkle Holzdecken und Schnitzereien angesagt. Auch Krippenbastler hätten im Holzmarkt damals den Händler ihres Vertrauens gefunden. Heute gehen die Trends in eine andere Richtung: helleres Holz, wärmere Töne, und Krippen bastelt kaum mehr jemand.
Offen für alle Bastler
Mit diesem Wandel hat sich auch die Quelle der Inspiration verändert. „Der klassische Bastler wird heute von Pinterest inspiriert“, sagt Schrank. Aber wer ist ein solcher Bastler? Vor 2000: Handwerklich begabte Männer. Heute: „Frauen, die zum Basteln anfangen und Männer, die beim alten Handwerk bleiben.“ Ganz ist das Klischee auch 2026 noch nicht gebrochen. Vielleicht klappt es ja bis zum 60. Jubiläum des OBI Stephanskirchen. David Schrank begrüßt ohnehin jeden gerne in dem Holzmarkt, den er seit 31 Jahren sein Zuhause nennt.

Vier Tipps vom Holzprofi
David Schrank arbeitet seit über 30 Jahren im OBI Holzfachmarkt. Er weiß genau, welche Fehler Heimwerker am häufigsten machen und wie sie diese vermeiden können.
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Wie die Garten-Profis bei OBI mit KI & Co. umgehen, erfahren Sie in dieser Story:

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